13. März 2026
90 % Fleisch im Hundefutter
Klingt gut, ist aber nicht die ganze Wahrheit
Viele Hundehalter achten heute bewusst auf einen möglichst hohen Fleischanteil im Hundefutter. Angaben wie „70 % Fleisch“, „80 % Fleisch“ oder sogar „90 % Fleisch“ werden deshalb häufig als besonders hochwertig wahrgenommen.
Dabei wird jedoch oft übersehen, dass eine gesunde Hundeernährung nicht ausschließlich aus Muskelfleisch besteht.
In der natürlichen Ernährung eines Hundes gehören auch andere Bestandteile eines Beutetiers dazu. Dazu zählen zum Beispiel:
- Innereien wie Leber, Herz oder Niere
- Pansen
- Strossen
- Euter
Diese Bestandteile liefern wichtige Nährstoffe, die im reinen Muskelfleisch nicht in gleicher Menge enthalten sind.
Warum Innereien und bestimmte Nebenprodukte wichtig sind
Innereien und bestimmte tierische Nebenprodukte spielen eine wichtige Rolle in der Hundeernährung. Sie liefern viele Nährstoffe, die für den Körper des Hundes unverzichtbar sind.
Dazu gehören unter anderem wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, zum Beispiel:
- fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E und K
- wasserlösliche Vitamine wie verschiedene B-Vitamine
- Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen oder Zink
Viele dieser Nährstoffe sind besonders reich in Innereien wie Leber oder Niere enthalten. Sie tragen dazu bei, dass der Hund mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird, die im reinen Muskelfleisch oft nur in geringerer Menge vorhanden sind.
Eine ausgewogene Hundeernährung besteht deshalb nicht ausschließlich aus Muskelfleisch, sondern aus verschiedenen tierischen Bestandteilen, die den Hund umfassend versorgen.
Nebenprodukte sind nicht automatisch minderwertig
Der Begriff „tierische Nebenprodukte“ wird häufig negativ bewertet. Tatsächlich umfasst dieser Begriff jedoch sehr unterschiedliche Bestandteile.
Einige Nebenprodukte sind hochwertige Bestandteile der Hundeernährung, zum Beispiel:
- Pansen
- Innereien
- Strossen
Andere Bestandteile können dagegen schwerer verdaulich sein, etwa:
- Fell
- Federn
- Hufe
- große Mengen Knochenreste
Deshalb ist eine klare und transparente Deklaration der Zutaten besonders wichtig.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Brühe oder Wasser
Ein weiterer Aspekt wird bei vielen Futtermitteln kaum beachtet: Häufig wird dem Futter Brühe oder Wasser zugesetzt.
Das ist grundsätzlich nicht problematisch. Allerdings kann ein hoher Flüssigkeitsanteil dazu führen, dass der tatsächliche Anteil an wertvollen tierischen Proteinquellen deutlich geringer ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Je mehr Flüssigkeit enthalten ist, desto stärker sinkt der Anteil der nährstoffreichen Zutaten.
Fleischanteil oder tierische Proteinquelle?
Wenn im Hundefutter von einem hohen Fleischanteil gesprochen wird, ist in der Praxis meist ein hoher Anteil tierischer Proteinquellen gemeint.
Dazu können neben Muskelfleisch auch Innereien oder andere gut verwertbare Bestandteile gehören.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität und Zusammensetzung der Zutaten.
Infobox: Was gehört zu tierischen Proteinquellen?
Zu den tierischen Proteinquellen im Hundefutter können verschiedene Bestandteile gehören:
Gut verwertbare tierische Proteinquellen
- Muskelfleisch
- Innereien (Leber, Herz, Niere)
- Pansen
- Strossen
- Euter
Diese liefern wichtige Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper des Hundes benötigt.
Fazit
Ein hoher Fleischanteil allein sagt noch wenig über die Qualität eines Hundefutters aus. Für eine ausgewogene Ernährung sind auch Innereien und andere hochwertige tierische Bestandteile wichtig.
Entscheidend ist deshalb immer eine klare Deklaration und eine sinnvolle Zusammensetzung der Zutaten.
Und welche Rolle spielen Kohlenhydrate?
Auch wenn tierische Proteinquellen den größten Anteil in der Hundeernährung ausmachen sollten, besteht eine ausgewogene Ernährung nicht ausschließlich aus Fleisch.
Neben Proteinen und Fetten spielen auch Kohlenhydrate und Ballaststoffe eine Rolle – besonders für die Verdauung und die Darmflora.
Hunde haben sich im Laufe der gemeinsamen Entwicklung mit dem Menschen teilweise an kohlenhydratreiche Nahrung angepasst. Ein gewisser Anteil an Kohlenhydraten kann deshalb sinnvoll sein, solange die Menge moderat bleibt und die Zutaten gut verarbeitet sind.
Wie Hunde Kohlenhydrate überhaupt verdauen können, welche Rolle das Enzym Amylase spielt und warum der Anteil in der Ernährung begrenzt sein sollte, erkläre ich ausführlich im folgenden Beitrag.
👉 Mehr dazu im Artikel:
Kohlenhydrate im Hundefutter – welche Rolle sie wirklich spielen
