Wissenswertes rund um Hundeernährung und Hundefutter

Informative Blogbeiträge

In diesem Blog teile ich mein Wissen aus der Praxis als Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde. In meiner täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern begegnen mir immer wieder ähnliche Probleme: überdrehte Welpen, empfindliche Verdauung, Durchfall oder Wachstumsprobleme. Häufig spielt dabei die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten hohe Anteile an Kohlenhydraten oder minderwertige Proteinquellen. In diesem Blog geht es deshalb um natürliche Hundeernährung, hochwertige Zutaten im Hundefutter und typische Ernährungsprobleme bei Hunden.

Du findest hier praktische Tipps aus der Hundeschule, Hintergrundwissen zur Hundeernährung und hilfreiche Informationen für Hundehalter, die ihre Hunde bewusst, natürlich und hochwertig ernähren möchten.

14. März 2026

Futterumstellung beim Hund leicht erklärt

Von Trockenfutter auf Sensitive Nassnahrung

Die Umstellung von Trockenfutter auf eine neue Ernährungsform sollte immer schrittweise erfolgen. Der Verdauungstrakt des Hundes benötigt Zeit, um sich an eine andere Zusammensetzung der Nahrung anzupassen.

Gerade bei sensiblen Hunden oder bei der Umstellung auf Single-Protein Nassnahrung ist ein langsamer Übergang besonders sinnvoll.

In den meisten Fällen hat sich eine Umstellungsphase von etwa 10 bis 14 Tagen bewährt.

Schrittweise Futterumstellung

Zweimal tägliche Fütterung

1. bis 4. Tag

Morgens

½ Tagesbedarf des bisherigen Futters

Abends

¼ Tagesbedarf bisheriges Futter
¼ Tagesbedarf neues Futter

Zwischen den beiden Futterarten sollte eine Pause von mindestens 15 bis 20 Minuten liegen. Der Verdauungsapparat wird sonst unnötig belastet, da Trockenfutter und frische beziehungsweise fleischbasierte Nahrung unterschiedlich verdaut werden.

5. bis 6. Tag

Morgens

½ Tagesbedarf bisheriges Futter

Abends

½ Tagesbedarf neues Futter

Wenn Dein Hund in dieser Phase keinen Durchfall zeigt, kann die Umstellung mit Tag 7 fortgesetzt werden. Sollte der Hund empfindlich reagieren, empfiehlt sich eine kurze Rücksprache, um die Umstellung eventuell langsamer vorzunehmen.

7. bis 9. Tag

Morgens

¼ Tagesbedarf bisheriges Futter
¼ Tagesbedarf neues Futter

Auch hier sollte zwischen beiden Futterarten eine Pause von etwa 15 bis 20 Minuten eingehalten werden.

Abends

½ Tagesbedarf neues Futter

Ab dem 10. Tag

Die Umstellung ist abgeschlossen und der Hund kann vollständig mit dem neuen Futter gefüttert werden.

Was während der Umstellung normal ist

Während einer Futterumstellung kann es vorkommen, dass der Hund leicht weicheren Kot hat. Das ist meist unproblematisch, solange der Kot lediglich etwas weicher ist.

Sollte der Durchfall jedoch

  • stark riechen
  • sehr flüssig sein
  • die Farbe deutlich verändern

empfiehlt sich eine kurze Rücksprache. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Umstellung langsamer durchzuführen oder die evtl. die Sorte anzupassen.

Wenn der Hund das neue Futter zunächst ablehnt

Manche Hunde reagieren auf neues Futter zurückhaltend, besonders wenn vorher Trockenfutter mit vielen Lockstoffen gefüttert wurde.

Folgende Maßnahmen können helfen:

  • das Futter lauwarm anbieten
  • einen anderen Napf verwenden
  • den Futterplatz verändern

Wärme verstärkt den Geruch des Futters. Was für den Hund intensiver riecht, wird häufig auch besser angenommen.

Auch der Napf kann eine Rolle spielen. Kunststoff nimmt Gerüche auf, während Edelstahl einen starken Eigengeruch haben kann.

Warum eine Pause zwischen Trockenfutter und Nassnahrung wichtig ist

Trockenfutter enthält meist einen hohen Anteil an Kohlenhydraten und wird bei einem anderen pH-Wert im Verdauungssystem verarbeitet als fleischbasierte Nahrung.

Werden beide Futterarten gleichzeitig gefüttert, kann das den Verdauungsapparat unnötig belasten.

Oft handelt es sich bei auftretenden Verdauungsproblemen daher nicht um eine Unverträglichkeit, sondern lediglich um eine zu schnelle oder falsche Umstellung.

Was sich nach der Umstellung oft verbessert

Viele Hunde zeigen bereits innerhalb weniger Wochen deutliche Veränderungen:

Verdauung

  • stabilere Kotkonsistenz
  • weniger Blähungen
  • geringerer Kotgeruch

Allgemeines Wohlbefinden

  • der Hund wirkt entspannter
  • mehr Energie und Aktivität

Fell und Haut

  • glänzenderes Fell
  • weniger Hautirritationen
  • weniger Juckreiz

Bei Hunden mit Allergien oder Unverträglichkeiten können sich Symptome teilweise innerhalb von zwei bis vier Wochen deutlich verbessern.

Weitere Möglichkeiten nach der Umstellung

Nach der Umstellungsphase von etwa 10 bis 14 Tagen stehen verschiedene Ernährungsformen zur Verfügung.

Viele Hundehalter entscheiden sich anschließend für:

  • selbst gekochte Rationen
  • BARF
  • TrockenBARF
  • Nassnahrung in Wurstform oder Dose

Welche Variante am besten geeignet ist, hängt immer vom Hund und seinen individuellen Bedürfnissen ab.

Hinweis zu Medikamenten

Bei Hunden mit starken Allergien wird teilweise auch Kortison eingesetzt, um Symptome zu lindern. Durch eine angepasste Ernährung kann sich der Zustand vieler Hunde deutlich verbessern, wodurch eine medikamentöse Behandlung unter tierärztlicher Kontrolle möglicherweise reduziert werden kann.

Weitere Informationen zur Hundeernährung

Viele Hundehalter orientieren sich bei der Futterauswahl stark am angegebenen Fleischanteil. Doch ein besonders hoher Fleischanteil bedeutet nicht automatisch, dass ein Futter besser oder gesünder ist.

Warum ein sehr hoher Fleischanteil nicht immer sinnvoll ist und worauf man bei der Zusammensetzung wirklich achten sollte, erklären wir in unserem Artikel:

Warum 90 % Fleisch im Hundefutter nicht automatisch besser ist.

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