4. April 2026
Industriell gefertigtes Hundefutter – wie Trockenfutter und Nassfutter wirklich entstehen
Wer Hundefutter beurteilen möchte, sollte nicht nur die Deklaration verstehen, sondern auch wissen, wie das Futter hergestellt wird.
Denn das Herstellungsverfahren hat direkten Einfluss auf die Qualität, die Verdaulichkeit und die Zusammensetzung der Nährstoffe.
Viele Unterschiede entstehen nicht durch die Zutaten selbst, sondern durch die Verarbeitung.
Trockenfutter – industrielle Herstellung
Trockenfutter wird industriell hergestellt.
Die Zutaten werden zunächst verarbeitet. Fleisch, tierische Nebenprodukte, Kohlenhydrate und weitere Bestandteile werden entweder getrocknet und vermahlen oder – je nach Verfahren – auch in frischer Form eingesetzt.
Mittlerweile gibt es Herstellungsverfahren, bei denen frische Rohstoffe verarbeitet werden.
Das ändert jedoch nichts am grundsätzlichen Prozess.
Denn unabhängig davon, ob frische oder bereits getrocknete Zutaten verwendet werden, wird dem Futter im weiteren Verlauf der Herstellung die Flüssigkeit nahezu vollständig entzogen.
Bei der Extrusion wird die Mischung unter Zugabe von Wasser und Dampf zu einem Teig verarbeitet und anschließend unter hohem Druck durch eine Form gepresst. Dabei entstehen kurzfristig Temperaturen von über 100 Grad.
Auch bei der Kaltpressung, die häufig mit niedrigeren Temperaturen beworben wird, entsteht Wärme.
Hier liegen die Temperaturen in der Regel bei etwa 60 bis 70 Grad.
Damit Trockenfutter haltbar ist, muss der Feuchtigkeitsgehalt unter 14 % liegen.
In der Praxis liegt die Restfeuchte meist bei etwa 10 %.
Das bedeutet, dass auch bei der Verarbeitung frischer Rohstoffe der ursprüngliche Wasseranteil nahezu vollständig entzogen wird.
Herstellung in wenigen Produktionsanlagen
Für die Herstellung von Trockenfutter sind große, technisch aufwendige Produktionsanlagen notwendig.
Diese Fertigungsstraßen sind hoch spezialisiert und mit erheblichem Aufwand verbunden.
Deshalb gibt es nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Herstellern, die Trockenfutter überhaupt produzieren.
Viele Marken lassen ihr Futter in solchen Anlagen herstellen.
Die Rezepturen werden dabei je nach Anbieter angepasst, die grundlegende Herstellung bleibt jedoch gleich.
Unterschiede zwischen Marken entstehen daher häufig über die Zusammensetzung – nicht über die Art der Produktion.
Das Coating – der entscheidende Schritt
Nach dem Pressen und Trocknen ist das Trockenfutter noch nicht vollständig.
Im letzten Schritt der Herstellung wird das sogenannte Coating durchgeführt.
Dabei werden Fette, Vitamine und Zusatzstoffe auf die fertigen Kroketten aufgesprüht.
Dieser Schritt ist notwendig, weil während der Herstellung ein Teil der ursprünglichen Nährstoffe verloren geht.
Gleichzeitig wird durch das Coating:
- die Akzeptanz verbessert
- der Geruch und Geschmack angepasst
- die Nährstoffversorgung ergänzt
Ein wesentlicher Teil dessen, was das Futter später ausmacht, wird also erst nach der eigentlichen Verarbeitung hinzugefügt.
Nassfutter – Herstellung durch Erhitzen
Nassfutter wird anders hergestellt.
Die Zutaten werden gemischt, in Dosen oder Schalen abgefüllt und anschließend unter Druck erhitzt, um das Futter haltbar zu machen.
Dabei bleibt der natürliche Wasseranteil weitgehend erhalten.
Unterschiede in der Verarbeitung
Der wesentliche Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter liegt im Wassergehalt und im Grad der Verarbeitung.
Trockenfutter entsteht durch:
- starke industrielle Verarbeitung
- Entzug von Flüssigkeit
- nachträgliche Ergänzung durch Coating
Nassfutter bleibt:
- feucht
- weniger stark getrocknet
- anders haltbar gemacht
Diese Unterschiede wirken sich direkt auf die Verarbeitung im Körper aus.
Fazit: Verarbeitung bestimmt das Endprodukt
Die Herstellung ist ein entscheidender Faktor für die Bewertung von Hundefutter.
Nicht nur die Zutaten sind wichtig, sondern auch die Frage, wie sie verarbeitet und ergänzt werden.
Gerade bei Trockenfutter wird deutlich, wie stark ein Produkt verändert wird, bevor es im Napf landet.
Mehr verstehen statt nur vergleichen
Viele dieser Zusammenhänge sind auf den ersten Blick nicht sichtbar.
Die Deklaration sagt ohne genaue Betrachtung der Zutaten, Rohstoffe und Verarbeitung nur wenig aus.
Wer hier lesen lernt, trifft bessere Entscheidungen.
In meinem Vortrag zur Hundeernährung zeige ich dir, worauf es wirklich ankommt, wie Futtermittel aufgebaut sind und wie du Zusammensetzungen richtig einordnest.
Wenn du die Ernährung deines Hundes besser verstehen möchtest, bekommst du dort das nötige Wissen – verständlich erklärt und direkt anwendbar.
👉 Alle Infos zu meinem Vortrag findest du hier: https://www.anouvelle.de/ernaehung-hund-wissen-statt-marketing/
