13. März 2026
Kohlenhydrate im Hundefutter – welche Rolle sie wirklich spielen
Können Hunde Kohlenhydrate verdauen?
Immer wieder wird diskutiert, ob Hunde Kohlenhydrate überhaupt verdauen können. Häufig hört man die Aussage, Hunde seien reine Fleischfresser und könnten pflanzliche Bestandteile kaum verwerten.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht.
Hunde haben sich im Laufe der gemeinsamen Entwicklung mit dem Menschen angepasst. Sie gelten als sogenannte Kulturfolger. Über viele Jahrtausende lebten Hunde in der Nähe menschlicher Siedlungen und ernährten sich teilweise von Essensresten.
Dabei nahmen sie auch stärkehaltige und kohlenhydratreiche Nahrung auf.
Amylase – eine Anpassung an die Ernährung des Menschen
Im Laufe dieser Entwicklung haben Hunde unter anderem das Enzym Amylase stärker ausgebildet.
Amylase hilft dem Hund dabei, Glukose zu verdauen und als Energiequelle zu nutzen.
Viele Kohlenhydrate liegen in der Nahrung jedoch nicht direkt als Glukose vor. Häufig bestehen sie aus komplexeren Strukturen wie Stärke oder anderen langkettigen Kohlenhydraten.
Damit Hunde diese verwerten können, müssen sie zunächst aufgeschlossen werden.
Das geschieht zum Beispiel durch:
- Kochen
- Quetschen oder Aufbrechen der Stärke
- andere Verarbeitungsschritte
Erst durch diese Verarbeitung können Kohlenhydrate in eine Form überführt werden, die für den Hund besser verwertbar ist.
Die Rolle der Darmflora
Ein Teil der Verdauungsarbeit wird außerdem von symbiotischen Mikroorganismen im Dickdarm übernommen.Diese Darmbakterien können bestimmte Kohlenhydrate weiter abbauen und verwerten.
Dadurch unterstützen sie eine gesunde Verdauung und tragen zur Stabilität der Darmflora bei.
Eine gesunde Darmflora spielt eine wichtige Rolle für:
- eine stabile Verdauung
- die Aufnahme von Nährstoffen
- das Immunsystem
Ballaststoffe können deshalb – in moderaten Mengen – eine positive Rolle in der Hundeernährung spielen.
Auch der Wolf nimmt Kohlenhydrate auf
Selbst beim Wolf besteht die Nahrung nicht ausschließlich aus Muskelfleisch.
Wenn ein Wolf ein Beutetier frisst, nimmt er auch Mageninhalt und Teile des Verdauungstraktes seiner Beute auf. Besonders im Pansen, Blättermagen oder Darm befinden sich bereits teilweise vorverdaute pflanzliche Bestandteile.
Auf diese Weise gelangen ebenfalls Ballaststoffe und Kohlenhydrate in die Nahrung.
Wie viel Kohlenhydrate sind sinnvoll?
Kohlenhydrate können also durchaus Teil einer ausgewogenen Hundeernährung sein. Entscheidend ist jedoch die Menge.
Der Hund ist weiterhin in erster Linie auf tierische Proteine und Fette spezialisiert.
Ein zu hoher Anteil an Kohlenhydraten kann deshalb das Gleichgewicht der Ernährung verschieben. In vielen Ernährungskonzepten wird empfohlen, dass der Anteil an Kohlenhydraten nicht deutlich über etwa 20 % der Nahrung liegen sollte.
Fazit
Hunde können Kohlenhydrate durchaus verdauen – vor allem durch Anpassungen wie das Enzym Amylase sowie durch die Unterstützung der Darmflora.
In moderaten Mengen können Kohlenhydrate und Ballaststoffe sogar eine wichtige Rolle für eine gesunde Verdauung spielen.
Entscheidend ist jedoch ein ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe, bei dem tierische Proteinquellen weiterhin den größten Anteil der Ernährung ausmachen.
Checkliste: Woran erkennt man zu viele Kohlenhydrate im Hundefutter?
Ein gewisser Anteil an Kohlenhydraten kann für Hunde sinnvoll sein, besonders für die Darmflora und Verdauung. Problematisch wird es jedoch, wenn der Anteil zu hoch ist.
Ein Blick auf die Deklaration kann helfen. Hinweise auf einen zu hohen Kohlenhydratanteil können sein:
- Getreide oder pflanzliche Zutaten stehen an erster Stelle der Zutatenliste
- mehrere verschiedene Getreide- oder Stärkequellen sind enthalten
- Fleisch oder tierische Proteinquellen sind nur in kleinen Mengen enthalten
- der Hund zeigt ständigen Hunger trotz ausreichender Fütterung
- es treten häufiger Verdauungsprobleme oder weicher Kot auf
Ein ausgewogenes Hundefutter sollte daher vor allem aus hochwertigen tierischen Proteinquellen bestehen und nur einen moderaten Anteil an Kohlenhydraten enthalten.
Viele Ernährungskonzepte orientieren sich daran, dass der Anteil an Kohlenhydraten idealerweise nicht deutlich über etwa 20 % der Nahrung liegen sollte.
Mehr über die Bedeutung tierischer Proteinquellen findest du im Artikel
„90 % Fleisch im Hundefutter – was wirklich dahinter steckt“.
