Wissenswertes rund um Hundeernährung und Hundefutter

Informative Blogbeiträge

In diesem Blog teile ich mein Wissen aus der Praxis als Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde. In meiner täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern begegnen mir immer wieder ähnliche Probleme: überdrehte Welpen, empfindliche Verdauung, Durchfall oder Wachstumsprobleme. Häufig spielt dabei die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten hohe Anteile an Kohlenhydraten oder minderwertige Proteinquellen. In diesem Blog geht es deshalb um natürliche Hundeernährung, hochwertige Zutaten im Hundefutter und typische Ernährungsprobleme bei Hunden.

Du findest hier praktische Tipps aus der Hundeschule, Hintergrundwissen zur Hundeernährung und hilfreiche Informationen für Hundehalter, die ihre Hunde bewusst, natürlich und hochwertig ernähren möchten.

4. April 2026

Roh- und Zusatzstoffe im Hundefutter – was wirklich enthalten ist

Die Zusammensetzung von Hundefutter wirkt auf den ersten Blick oft klar.
Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, wie unterschiedlich die verwendeten Roh- und Zusatzstoffe tatsächlich sind.

Um Futter richtig beurteilen zu können, ist es wichtig zu verstehen, welche Bestandteile verwendet werden und welche Funktion sie erfüllen.

Fleisch und tierische Nebenprodukte

Als Fleisch wird in der Regel gut verdauliches Muskelfleisch bezeichnet.
Es enthält hochwertige Proteine und essenzielle Aminosäuren.

Tierische Nebenprodukte umfassen alle Teile des Tieres, die amtsärztlich untersucht wurden, aber üblicherweise nicht vom Menschen verzehrt werden.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Innereien
  • Pansen
  • Herzmuskelfleisch
  • Schweinerüssel, Ohren oder Zungen
  • Luft- und Speiseröhren

Nebenprodukte können jedoch auch weniger hochwertige Bestandteile enthalten, wie:

  • Stichfleisch
  • Euter
  • entleerte Schweinsblasen
  • Häute, Felle
  • Hufe, Hörner, Borsten oder Federn

Die Bezeichnung allein sagt daher nichts über die tatsächliche Qualität aus.

Grieben – proteinreich, aber eingeschränkt verwertbar

Grieben entstehen bei der Herstellung von Schmalz oder Talg.

Sie sind fetthaltig und enthalten viel Protein, jedoch im Vergleich zu Muskelfleisch und Innereien nur wenige essenzielle Aminosäuren.

Damit sind sie als alleinige Proteinquelle weniger geeignet.

Fette im Hundefutter

In Fertigfuttern werden sowohl tierische als auch pflanzliche Fettquellen verwendet.

Typische tierische Fette sind:

  • Rindertalg
  • Schweineschmalz
  • Geflügelfett
  • Fischöl

Eine Fettquelle darf nur dann namentlich genannt werden, wenn ausschließlich diese verwendet wird.

Bei Diätfuttern oder Futtern für allergische Hunde muss die Fettquelle klar deklariert werden.

Pflanzenöle und ihre Eigenschaften

Pflanzenöle werden durch Extraktion aus Samen oder Körnern gewonnen.

Häufig verwendet werden:

  • Sonnenblumenöl
  • Maisöl
  • Distelöl
  • Sojaöl

Auch hier gilt:
Wird ein Öl namentlich genannt, darf nur dieses enthalten sein.

Leinöl nimmt eine besondere Rolle ein.
Es enthält einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (ca. 60–70 %) und Alpha-Linolensäure.

Haltbarkeit von Fetten und Ölen

Fette und Öle sind nur begrenzt haltbar.

Vor allem Pflanzenöle neigen dazu, zu oxidieren und ranzig zu werden.
Das beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern kann auch zur Bildung freier Radikale führen.

Um dies zu verhindern, werden Antioxidantien zugesetzt.

Vitamine und Mineralstoffe

Die verwendeten Rohstoffe enthalten bereits Vitamine und Mineralstoffe.

Durch Erhitzen und Lagerung können diese jedoch teilweise verloren gehen.
Deshalb werden sie häufig nachträglich zugesetzt und als ernährungsphysiologische Zusatzstoffe deklariert.

Ein Risiko besteht dann, wenn zusätzlich Ergänzungsfuttermittel gegeben werden.

Eine Überversorgung kann entstehen, da sich einige Vitamine und Mineralstoffe gegenseitig beeinflussen und die Verdauung belasten können.

Tierische Proteine und ihre Herkunft

Übliche tierische Proteinquellen sind:

  • Rind
  • Schwein
  • Schaf
  • Kaninchen
  • Pferd
  • Fisch

Bei Geflügel werden vor allem Huhn, Ente und Gans verwendet.

Viele Futtermittel enthalten Fleischnebenprodukte wie:

  • Geflügelmehl
  • Fleischmehl
  • Knochenmehl

Dabei handelt es sich häufig um das gesamte Tier – einschließlich weniger hochwertiger Bestandteile.

Proteinhydrolysate – aufgespaltene Proteine

Proteinhydrolysate sind technisch aufgespaltene Eiweiße.

Sie werden eingesetzt, um:

  • die Verdaulichkeit zu verbessern
  • den Geschmack zu verstärken

Auch Proteine aus bindegewebsreichen Bestandteilen wie Fellen, Hufen oder Schuppen können so besser verwertet werden.

Sie kommen hauptsächlich in Trockenfutter vor und können sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen stammen.

Pflanzliche Proteinquellen

Auch pflanzliche Bestandteile liefern Eiweiß.

Häufig verwendet werden:

  • Mais und Maismehl
  • Maiskleber
  • Soja
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen

Diese liefern jedoch im Vergleich eine geringere Proteinqualität.

Stehen solche Bestandteile an erster Stelle der Deklaration, ist der Anteil an tierischem Protein meist gering.

Soja enthält zwar alle essenziellen Aminosäuren, enthält aber auch schwer verdauliche Zuckerverbindungen.
Diese können die Verdauung belasten.

Kohlenhydrate und Faserstoffe

Konventionelle Futtermittel enthalten häufig:

  • Weizen
  • Reis
  • Mais
  • Hafer

Zunehmend werden auch:

  • Gerste
  • Kartoffeln oder Süßkartoffeln
  • Amaranth

eingesetzt.

Auch Melasse (Zuckersirup) wird teilweise verwendet.

Ballaststoffe und ihre Funktion

Ballaststoffe bestehen überwiegend aus unverdaulichen pflanzlichen Bestandteilen.

Typische Quellen sind:

  • Weizen- und Haferkleie
  • Reiskleie
  • Zellulose (z. B. aus Stroh oder Erdnussschalen)

Ein Teil dieser Ballaststoffe ist fermentierbar.

Diese können im Darm ein leicht saures Milieu schaffen und so das Wachstum unerwünschter Bakterien hemmen.

Gut fermentierbare Fasern sind zum Beispiel:

  • Rübenschnitzel
  • Trester aus Möhren oder Äpfeln

FOS – Unterstützung für den Darm

Fructooligosaccharide (FOS) gehören zu den fermentierbaren Kohlenhydraten.

Sie werden im Dickdarm vergoren und fördern das Wachstum von Bakterien, die als nützlich für den Darm gelten.

Diese wirken als Präbiotika und können:

  • die Nährstoffaufnahme unterstützen
  • das Darmmilieu beeinflussen
  • das Immunsystem stärken

Fazit: Die Zusammensetzung entscheidet

Die Qualität eines Futters lässt sich nicht an einzelnen Begriffen festmachen.

Erst das Zusammenspiel aller Bestandteile zeigt, wie ein Futter aufgebaut ist und wie gut es vom Hund verwertet werden kann.

Wer Roh- und Zusatzstoffe versteht, kann Deklarationen besser einordnen und fundierte Entscheidungen treffen.

Mehr verstehen statt nur vergleichen

Viele dieser Zusammenhänge sind auf den ersten Blick nicht erkennbar.

Genau darum geht es auch in meinem Vortrag zur Hundeernährung.
Ich zeige dir, wie du Inhaltsstoffe richtig einordnest, Zusammenhänge erkennst und die Ernährung deines Hundes gezielt verbessern kannst.

👉 Alle Infos zu meinem Vortrag findest du hier: https://www.anouvelle.de/ernaehung-hund-wissen-statt-marketing/

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