14. März 2026
Trockenfutter für Hunde
Vorteile, Nachteile und was Hundehalter wissen sollten
Trockenfutter gehört zu den am häufigsten gefütterten Futtersorten bei Hunden. Viele Hundehalter entscheiden sich dafür, weil es praktisch in der Handhabung ist, lange haltbar bleibt und meist günstiger ist als andere Futterarten.
Doch rund um Trockenfutter gibt es viele Fragen:
Wie gut ist Trockenfutter für Hunde wirklich? Welche Inhaltsstoffe stecken darin? Und worauf sollte man bei der Fütterung achten?
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Fakten.
Was ist Trockenfutter für Hunde?
Trockenfutter ist ein Alleinfuttermittel mit einem sehr niedrigen Feuchtigkeitsanteil. In der Regel liegt dieser unter 10 %.
Zum Vergleich:
- Nassfutter enthält meist 70–80 % Feuchtigkeit
- Trockenfutter enthält etwa 8–10 % Feuchtigkeit
Der fehlende Wasseranteil muss daher durch zusätzliche Wasseraufnahme ausgeglichen werden.
Als Richtwert gilt:
Ein Hund benötigt bis zu 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
Gerade bei ausschließlicher Trockenfütterung ist es deshalb besonders wichtig, dass Hunde jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung haben.
Kohlenhydrate im Trockenfutter
Trockenfutter enthält in der Regel einen relativ hohen Anteil an Kohlenhydraten, häufig bis zu 50 % oder sogar mehr.
Typische Kohlenhydratquellen sind zum Beispiel:
- Reis
- Mais
- Weizen
- Hafer
- Kartoffeln
- Süßkartoffeln
Damit diese Zutaten in der Zutatenliste nicht an erster Stelle erscheinen, werden sie häufig aufgesplittet. Dieses Vorgehen wird als Splitting bezeichnet.
Dabei werden ähnliche Zutaten getrennt aufgeführt, zum Beispiel:
- Reis
- Mais
- Maismehl
- Kartoffeln
- Kartoffelstärke
- Süßkartoffeln
In der Zutatenliste erscheinen diese Bestandteile dadurch weiter hinten, obwohl ihre Gesamtmenge im Futter durchaus hoch sein kann.
Herstellung von Trockenfutter
Im Handel wird Trockenfutter überwiegend in Form von Kroketten angeboten, seltener auch als Pellets. Daneben gibt es auch sogenannte Flockenfutter, die häufig mit getrocknetem Gemüse kombiniert werden.
Während der Herstellung werden die Zutaten zunächst gemischt und anschließend unter hohem Druck und hohen Temperaturen verarbeitet. In großen Produktionsanlagen entstehen daraus die bekannten Kroketten oder Pellets.
Um das Futter lange haltbar zu machen, wird während der Produktion ein großer Teil der natürlichen Feuchtigkeit entzogen. Dadurch sinkt der Wassergehalt auf meist unter 10 %.
Die Herstellung erfolgt häufig auf großen industriellen Produktionslinien. In Europa gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Herstellern, die Trockenfutter im Auftrag verschiedener Marken produzieren.
Nach dem Pressen und Trocknen der Kroketten folgt ein weiterer wichtiger Schritt: das sogenannte Coating.
Coating – warum Trockenfutter nachträglich behandelt wird
Durch die starke Verarbeitung bei hohen Temperaturen gehen während der Herstellung ein Teil der natürlichen Nährstoffe verloren.
Um diese Verluste auszugleichen und die Akzeptanz des Futters zu verbessern, werden die fertigen Kroketten anschließend nachträglich behandelt. Dieser Vorgang wird Coating genannt.
Dabei werden auf die fertigen Kroketten oder Pellets aufgesprüht:
- Fette
- Proteinhydrolysate
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Antioxidantien
- Konservierungsstoffe
Diese Zusätze erfüllen mehrere Aufgaben:
- sie erhöhen die Schmackhaftigkeit
- sie gleichen verlorene Nährstoffe aus
- sie stabilisieren das Futter während der langen Lagerzeit
Ohne dieses Coating würden viele Hunde die stark verarbeiteten Kroketten deutlich schlechter annehmen.
Zusatzstoffe und Vitamine
Durch die starke Verarbeitung und die lange Lagerfähigkeit von Trockenfutter können natürliche Nährstoffe verloren gehen. Deshalb werden häufig Vitamine und Mineralstoffe aus dem Labor zugesetzt.
Da Trockenfutter oft eine lange Haltbarkeitsdauer besitzt, müssen Hersteller sicherstellen, dass auch am Ende der Lagerzeit noch genügend Vitamine vorhanden sind.
Viele Vitamine besitzen jedoch eine begrenzte Stabilität und eine Halbwertszeit. Deshalb werden einige Vitamine zu Beginn bewusst höher dosiert, damit sie während der gesamten Haltbarkeit ausreichend vorhanden bleiben.
Vitamine, die direkt aus natürlichen Lebensmitteln stammen, liegen meist in einem komplexen Nährstoffverbund vor. Synthetische Vitamine werden hingegen isoliert zugesetzt und werden vom Körper nicht immer identisch aufgenommen wie natürliche Vitamine aus Lebensmitteln.
Weitere Bestandteile im Trockenfutter
In manchen Trockenfuttersorten werden zusätzlich strukturgebende oder volumenbildende Bestandteile eingesetzt.
Dazu gehören beispielsweise:
- Zellulose
- Rübentrester
- pflanzliche Fasern
Diese Zutaten dienen häufig dazu:
- die Konsistenz zu stabilisieren
- das Volumen zu erhöhen
- die Verarbeitung zu erleichtern
Zusammenhang zwischen Trockenfutter und Futtermittelunverträglichkeiten
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass stark verarbeitete Futtermittel häufiger mit Verdauungsproblemen oder Futtermittelunverträglichkeiten in Verbindung gebracht werden.
Trockenfutter gehört zu den am stärksten verarbeiteten Futtermittelarten. Während der Herstellung werden die Zutaten mehrfach erhitzt, gepresst und anschließend mit Fetten, Aromen sowie Vitaminen und Mineralstoffen behandelt.
Diese intensive Verarbeitung kann dazu führen, dass:
- natürliche Nährstoffstrukturen verändert werden
- Zusatzstoffe notwendig werden
- empfindliche Hunde stärker reagieren
Aus diesem Grund wird Trockenfutter häufig als möglicher Auslöser oder Verstärker von Futtermittelunverträglichkeiten diskutiert.
Trockenfutter und Nassfutter im Vergleich
Beim Vergleich von Trockenfutter und Nassfutter gibt es einige wichtige Unterschiede.
Verdaulichkeit
Die Verdaulichkeit von Trockenfutter liegt durchschnittlich bei etwa 75 % bis 85 %.
Hochwertiges Nassfutter hingegen erreicht häufig eine Verdaulichkeit von etwa 90 % bis 95 %.
Der höhere Feuchtigkeitsanteil und die meist geringere Verarbeitung können dazu beitragen, dass der Organismus die enthaltenen Nährstoffe besser aufnehmen kann.
Energiegehalt
Trockenfutter besitzt meist eine höhere Energiedichte, oft etwa 10 % mehr Energie als Nassfutter.
Das bedeutet, dass der Hund eine kleinere Futtermenge benötigt, um seinen Energiebedarf zu decken.
Wasserbedarf
Da Trockenfutter nur sehr wenig Feuchtigkeit enthält, muss der Hund deutlich mehr Wasser trinken, um das Futter zu verdauen.
Besonders Hunde, die wenig trinken oder zu Harnsteinen neigen, profitieren häufig von einer Ernährung mit höherem Feuchtigkeitsanteil.
Mythos: Reinigt Trockenfutter die Zähne?
Trockenfutter wird häufig eine zahnreinigende Wirkung zugeschrieben.
Die Vorstellung dahinter ist, dass das Kauen der harten Kroketten Zahnbelag entfernen soll.
Dieser Effekt wird jedoch oft überschätzt.
Auch beim Menschen reinigen harte Kekse die Zähne nicht. Für die Zahngesundheit von Hunden sind daher eher geeignet:
- regelmäßige Zahnpflege
- geeignete Kauartikel
- tierärztliche Zahnkontrollen
Fazit: Trockenfutter – praktisch, aber nicht ohne Kritikpunkte
Trockenfutter bietet einige Vorteile:
- einfache Lagerung
- praktische Handhabung
- meist günstigerer Preis
Gleichzeitig gibt es Punkte, die Hundehalter kennen sollten:
- sehr niedriger Feuchtigkeitsgehalt
- häufig hoher Kohlenhydratanteil
- geringere Verdaulichkeit
- häufig nachträgliche Zusatzstoffe
Für viele Hunde kann eine abwechslungsreiche oder feuchtere Fütterung eine sinnvolle Alternative sein – besonders bei sensiblen Hunden oder Tieren mit Verdauungsproblemen.
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