Wissenswertes rund um Hundeernährung und Hundefutter

Informative Blogbeiträge

In diesem Blog teile ich mein Wissen aus der Praxis als Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde. In meiner täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern begegnen mir immer wieder ähnliche Probleme: überdrehte Welpen, empfindliche Verdauung, Durchfall oder Wachstumsprobleme. Häufig spielt dabei die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten hohe Anteile an Kohlenhydraten oder minderwertige Proteinquellen. In diesem Blog geht es deshalb um natürliche Hundeernährung, hochwertige Zutaten im Hundefutter und typische Ernährungsprobleme bei Hunden.

Du findest hier praktische Tipps aus der Hundeschule, Hintergrundwissen zur Hundeernährung und hilfreiche Informationen für Hundehalter, die ihre Hunde bewusst, natürlich und hochwertig ernähren möchten.

4. April 2026

Was wirklich im Hundefutter steckt – Fleischangaben und Inhaltsstoffe erklärt

Die Angaben auf Hundefutter-Verpackungen wirken oft eindeutig – sind es aber nicht.

Gerade beim Fleischanteil und bei den analytischen Bestandteilen lohnt sich ein genauer Blick.
Denn viele Begriffe lassen sich unterschiedlich interpretieren und sagen allein wenig über die tatsächliche Qualität aus.

Fleischangaben – was Prozentzahlen wirklich bedeuten

    Das bedeutet:

    Bezeichnung auf der Verpackung Bedeutung
    „mit Lamm“ mindestens 4 % Lamm enthalten
    „mit viel Lamm“ mindestens 14 % Lamm enthalten
    „reich an Lamm“ mindestens 14 % Lamm enthalten
    „Lamm-Menü“ / „Lammfutter“ mindestens 26 % Lamm enthalten
    „100 % Lamm“ / „nur Lamm“ ausschließlich diese Proteinquelle


    Ein Futter mit der Aufschrift „mit Lamm“ kann überwiegend aus anderen Bestandteilen bestehen und enthält nur einen sehr geringen Anteil dieser Zutat.

    Fleisch ist nicht gleich Fleisch

    Auch die Bezeichnung selbst ist entscheidend.

    Steht auf der Verpackung „Lamm“, können auch Nebenprodukte enthalten sein – zum Beispiel Organe, Knorpel oder andere Bestandteile.

    Wird hingegen „Lammfleisch“ angegeben, handelt es sich um Muskelfleisch.

    Innereien können durchaus wertvoll sein.
    Andere Bestandteile wie Hufe, Fell oder schwer verdauliches Gewebe sind hingegen weniger hochwertig.

    Das Problem liegt nicht zwingend in den Nebenprodukten selbst, sondern in der fehlenden Klarheit.

    Schwankende Qualität durch unklare Deklaration

    Wenn nur allgemein von „tierischen Bestandteilen“ gesprochen wird, kann sich die Zusammensetzung je nach Charge verändern.

    Das bedeutet:
    Ein Futter kann einmal gut vertragen werden – und beim nächsten Kauf plötzlich Probleme verursachen.

    Gerade bei sensiblen Hunden wird dieser Unterschied deutlich.

    Analytische Bestandteile – was sie wirklich aussagen

    Auf jeder Verpackung findest du die sogenannten analytischen Bestandteile.

    Dazu gehören:

    Dazu gehören:

    • Rohprotein
    • Rohfett
    • Rohfaser
    • Rohasche
    • Feuchtigkeit

    Diese Werte werden durch ein standardisiertes Analyseverfahren bestimmt.

    Wichtig ist dabei:
    Die Bezeichnung „Roh“ hat nichts mit dem Zustand des Futters zu tun, sondern beschreibt lediglich die chemische Analyse.

    Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

    Bezeichnung Bedeutung
    Rohprotein Gesamtanteil an Eiweiß – sagt nichts über die Qualität aus
    Rohfett Enthaltene Fette als Energiequelle
    Rohfaser Unverdauliche Bestandteile (Ballaststoffe)
    Rohasche Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor
    Feuchtigkeit Wasseranteil im Futter

    Diese Werte geben eine Orientierung, sagen aber nichts darüber aus, aus welchen Quellen die Nährstoffe stammen.

    Warum diese Angaben nur bedingt aussagekräftig sind

    Die analytischen Bestandteile zeigen lediglich, wie viel von einer bestimmten Stoffgruppe enthalten ist.

    Sie geben jedoch keine Auskunft darüber:

    • aus welchen Zutaten diese Werte stammen
    • wie gut sie verwertbar sind
    • wie hochwertig die Inhaltsstoffe sind

    Ein hoher Proteingehalt kann beispielsweise auch aus minderwertigen Bestandteilen stammen.

    Kohlenhydrate – der versteckte Anteil

    Der Anteil an Kohlenhydraten muss im Hundefutter nicht angegeben werden.

    Er lässt sich jedoch leicht berechnen.

    Dazu werden alle analytischen Bestandteile (ohne Feuchtigkeit) addiert und von 100 % abgezogen.
    Der verbleibende Anteil entspricht den Kohlenhydraten (NfE).

    Erst durch diese Berechnung wird sichtbar, wie hoch der tatsächliche Anteil im Futter ist.

    Fazit: Deklaration verstehen statt nur lesen

    Die Deklaration ist kein Qualitätsversprechen, sondern ein Werkzeug.

    Erst wenn man versteht, wie Angaben zustande kommen und was sie tatsächlich bedeuten, lassen sich Futtermittel richtig einordnen.

    Die Deklaration sagt ohne genaue Betrachtung der Zutaten, Rohstoffe und Zusammensetzung nur wenig aus.
    Wer hier lesen lernt, trifft bessere Entscheidungen für seinen Hund.

    Mehr Klarheit statt Unsicherheit

    Viele Zusammenhänge erschließen sich erst, wenn man die Hintergründe versteht und einzelne Punkte miteinander verbindet.

    Genau darum geht es auch in meinem Vortrag zur Hundeernährung.
    Ich zeige dir, worauf es wirklich ankommt, was hinter Begriffen steckt und wie du Zusammensetzungen richtig liest und einordnest.

    Wenn du deinen Hund bewusster ernähren möchtest, bekommst du dort das nötige Wissen – verständlich erklärt und direkt anwendbar.

    👉 Alle Infos zu meinem Vortrag findest du hier: https://www.anouvelle.de/ernaehung-hund-wissen-statt-marketing/

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