Hundeernährung verstehen – Wissen & Tipps | Anouvelle Blog

Wissenswertes rund um Hundeernährung und Hundefutter

Informative Blogbeiträge

In diesem Blog teile ich mein Wissen aus der Praxis als Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde. In meiner täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern begegnen mir immer wieder ähnliche Probleme: überdrehte Welpen, empfindliche Verdauung, Durchfall oder Wachstumsprobleme. Häufig spielt dabei die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten hohe Anteile an Kohlenhydraten oder minderwertige Proteinquellen. In diesem Blog geht es deshalb um natürliche Hundeernährung, hochwertige Zutaten im Hundefutter und typische Ernährungsprobleme bei Hunden.

Du findest hier praktische Tipps aus der Hundeschule, Hintergrundwissen zur Hundeernährung und hilfreiche Informationen für Hundehalter, die ihre Hunde bewusst, natürlich und hochwertig ernähren möchten.

4. April 2026

Extrudiert oder kaltgepresst – wie sich Trockenfutter wirklich unterscheidet

Wer sich mit Trockenfutter beschäftigt, stößt schnell auf die Begriffe „extrudiert“ und „kaltgepresst“.

Oft werden diese Verfahren stark unterschiedlich dargestellt.
Um sie richtig einzuordnen, ist es wichtig zu verstehen, wie beide tatsächlich funktionieren.

Extrusion – das klassische Verfahren

Die Extrusion ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Herstellung von Trockenfutter.

Die Zutaten werden zu einem Teig verarbeitet und unter Zugabe von Wasser und Dampf stark erhitzt.
Anschließend wird die Masse unter hohem Druck durch eine Form gepresst.

Dabei entstehen kurzfristig Temperaturen von über 100 Grad.

Im Anschluss wird das Futter getrocknet, sodass der Feuchtigkeitsgehalt unter 14 % liegt. In der Praxis liegt die Restfeuchte meist bei etwa 10 %.

Danach folgt das Coating, bei dem Fette, Vitamine und Zusatzstoffe auf die Kroketten aufgebracht werden.

Kaltpressung – geringere Temperaturen in der Verarbeitung

Kaltgepresstes Futter wird häufig als besonders schonend beschrieben.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Verarbeitungstemperatur.
Diese liegt bei der Kaltpressung in der Regel bei etwa 60 bis 70 Grad.

Wichtig ist jedoch, dass die Rohstoffe nicht unbehandelt verarbeitet werden.

Bestimmte Bestandteile werden vor der Pressung erhitzt, um:

  • Keime und Bakterien abzutöten
  • Stärkequellen verdaulich zu machen

Anschließend werden die Zutaten getrocknet, vermahlen und gepresst.

Auch hier muss der Feuchtigkeitsgehalt unter 14 % liegen, damit das Futter haltbar ist.
Die Restfeuchte liegt in der Praxis ebenfalls bei etwa 10 %.

Gemeinsamkeiten beider Verfahren

Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen zeigen sich deutliche Gemeinsamkeiten.

In beiden Fällen:

  • werden die Zutaten verarbeitet
  • wird die Feuchtigkeit nahezu vollständig entzogen
  • entsteht ein haltbares Trockenfutter
  • werden Nährstoffe im Nachgang ergänzt

Auch das Coating ist ein fester Bestandteil der Herstellung.

Beide Verfahren führen somit zu einem trockenen, industriell hergestellten Produkt.

Unterschiede im Detail

Der Unterschied liegt vor allem im Grad der Erhitzung und im Herstellungsablauf.

Extrusion arbeitet mit höheren Temperaturen und stärkerer thermischer Belastung.

Die Kaltpressung erfolgt bei niedrigeren Temperaturen und wird deshalb häufig als schonender dargestellt.

Für die grundsätzliche Einordnung bleibt jedoch entscheidend:
Beide Verfahren verändern die ursprünglichen Rohstoffe deutlich und führen zu einem trockenen Endprodukt mit geringem Wassergehalt.

Warum die Bezeichnungen oft missverstanden werden

Der Begriff „kaltgepresst“ wird häufig mit „roh“ oder „unverarbeitet“ gleichgesetzt.

Das ist nicht korrekt.

Auch bei der Kaltpressung entstehen Temperaturen, und die Rohstoffe werden vorverarbeitet, um ein stabiles und haltbares Produkt herzustellen.

Der Unterschied zur Extrusion liegt in der Höhe der Temperaturen – nicht darin, ob das Futter verarbeitet ist.

Fazit: Entscheidend ist das Gesamtbild

Die Wahl zwischen extrudiertem und kaltgepresstem Futter wird oft stark hervorgehoben.

Für die Bewertung eines Futters ist jedoch entscheidender:

  • welche Zutaten verwendet werden
  • wie klar die Zusammensetzung ist
  • wie gut das Futter vertragen wird

Beide Verfahren führen zu einem Trockenfutter mit ähnlichen grundsätzlichen Eigenschaften.

Mehr verstehen statt vergleichen

Viele Begriffe rund um Hundefutter wirken eindeutig – sind es aber nicht.

Die Deklaration sagt ohne genaue Betrachtung der Zutaten, Rohstoffe und Herstellung nur wenig aus.
Wer hier lesen lernt, trifft bessere Entscheidungen.

In meinem Vortrag zur Hundeernährung zeige ich dir, worauf es wirklich ankommt, wie Futtermittel aufgebaut sind und wie du Zusammensetzungen richtig einordnest.

Wenn du die Ernährung deines Hundes besser verstehen möchtest, bekommst du dort das nötige Wissen – verständlich erklärt und direkt anwendbar.

👉 Alle Infos zu meinem Vortrag findest du hier: https://www.anouvelle.de/ernaehung-hund-wissen-statt-marketing/

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