
Welpen richtig ernähren: Futter, Kauartikel und Trainingssnacks
Hundehalter sind oft mit der Anzahl an Fütterungsmöglichkeiten überfordert, und viele Fragen bleiben unbeantwortet. Welches Futter ist geeignet? Welche Alternativen gibt es zu herkömmlichem Trockenfutter? Und worauf sollte bei Kauartikeln und Trainingssnacks geachtet werden?
In diesem Beitrag werden verschiedene Fütterungsformen vorgestellt. Außerdem geht es um die Futterumstellung, die Bedeutung von Knochen und Kauartikeln sowie die Auswahl geeigneter Trainingssnacks.
1. Welche Fütterungsformen gibt es?
Trockenfutter
Trockenfutter ist eine weit verbreitete Ernährungsform für Hunde. Aus meiner Sicht ist es jedoch keine ideale Form der Ernährung. Viele herkömmliche Trockenfutter enthalten größere Mengen an Kohlenhydraten und Fett sowie künstlich zugesetzte Vitamine. Häufig werden außerdem Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie verwendet.
Dazu gehören beispielsweise Rübenschnitzel, die bei der Zuckerherstellung anfallen, sowie Karottenpulpe oder Trester aus der Getränke- und Saftherstellung.
Bei der Auswahl des Futters lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Zusammensetzung und die verwendeten Zutaten.
Als Alternativen kommen BARF, selbst gekochte Rationen, Trockenbarf, NassBARF und klassisches Nassfutter infrage.
BARF – Biologisch artgerechte Rohfütterung
Bei BARF, der biologisch artgerechten Rohfütterung, geht man davon aus, dass die Verdauung des Hundes noch der seines Urahns Wolf entspricht und ein Hund das ganze Beutetier benötigt. Neben hochwertigem Fleisch werden deshalb auch Innereien sowie beispielsweise Pansen, Strossen und Knochen verfüttert – teilweise im Ganzen oder gewolft.
Dafür müssen heute keine Pansen oder anderen Fleischbestandteile mehr selbst in der Küche geschnitten und zusammengestellt werden. Viele Anbieter führen fertige, tiefgekühlte Menüs.
BARF gibt es als Alleinfuttermittel oder als einzelne Komponenten (Einzelfuttermittel). Bei Welpen muss es nicht zwingend spezielles Welpenfutter sein. Die Ration wird an die Wachstumsphase angepasst.
Als Richtwert werden bis zum Alter von etwa 7–8 Monaten häufig 4–6 % des Körpergewichts angesetzt. Wiegt ein Welpe beispielsweise 5 kg, entspricht das einer täglichen Menge von 200–300 g. Mit zunehmendem Gewicht muss die Futtermenge regelmäßig angepasst werden.
BARF ist im Vergleich die gesündeste und in der Regel, auf die Ration gerechnet, die günstigste Ernährungsform. Natürlich hängen die Kosten auch vom jeweiligen Lieferanten ab.
Ein Nachteil ist, dass ausreichend Platz im Gefrierschrank vorhanden sein muss. Nach dem Auftauen kann das Futter in der Regel nur 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Lagerungshinweise des jeweiligen Anbieters sind zu beachten. Auch unterwegs ist die Fütterung mit tiefgekühlten Produkten nicht immer einfach.
Ich empfehle hier die Futter-Fundgrube bzw. das Rundum-Sorglos-Barf-Paket für Welpen. Ich bestelle seit Jahren dort mein Barf für meine beiden Hunde und bin sehr zufrieden mit der gleichbleibenden Qualität und Liefertreue. Natürlich haben auch andere Hersteller sehr gute Pakete.
Selbst gekochtes Futter
Selbstkochen ist eine echte Alternative, nicht nur bei Allergien oder Unverträglichkeiten.
Das ideale Verhältnis beträgt 80:20: 80 % Fleisch, Innereien und Nebenprodukte sowie 20 % Obst und Gemüse. Davon entfallen 15 % auf Gemüse und 5 % auf Obst. Bei Welpen darf der Anteil auch gerne 90:10 betragen.
Die Futtermenge richtet sich wie bei BARF nach dem Körpergewicht und muss an die Entwicklung des Hundes angepasst werden. Ein Grundrezept stelle ich gerne zur Verfügung.
Trockenbarf
Trockenbarf ist eine Alternative zu frischem BARF. Die Zutaten werden durch Sublimation schonend getrocknet. Dabei wird ihnen unter Vakuum schlagartig die Feuchtigkeit entzogen.
Das Futter kann trocken angeboten oder etwa 30 Minuten mit warmem Wasser eingeweicht werden. Die Zubereitung richtet sich nach den Angaben des Herstellers.
Naturalis bietet eine ausführliche Fütterungsempfehlung, die auch auf die Futtermittel von Fresco übertragen werden kann.
Ein Nachteil ist der im Vergleich höhere Preis, da es sich um ein sehr spezielles, teures Verfahren handelt.
NassBARF – Nassfutter in Wurst- oder Dosenform
NassBARF ist keine allgemein verbindliche Bezeichnung, wird aber immer häufiger verwendet. Gemeint ist damit Nassfutter, dessen Zusammensetzung an die BARF-Fütterung angelehnt ist. Es wird kein zusätzliches Wasser oder Brühe hinzugefügt. Die Produkte sind lange haltbar und werden meist als Wurst beziehungsweise Rolle oder in Dosen angeboten.
Anbieter in diesem Bereich sind unter anderem Fleischeslust, Fresco und Anouvelle.
Anouvelle Premium Nassnahrung ist mein eigenes Nassfutter, das nach meinen Vorgaben hergestellt wird. Das Sortiment umfasst 10 Sorten in Dosen und 5 Sorten als Wurst. Anouvelle Nassnahrung enthält in der Regel einen Proteinanteil von über 90 %, ist ohne Zusätze, Schlachtabfälle und wird in Deutschland für mich produziert. Shop
Nassfutter oder Feuchtfutter
Nass- beziehungsweise Feuchtfutter wird in der Regel in Dosen und Schalen, aber auch immer häufiger in Wurstform angeboten. Die Auswahl ist sehr groß.
Die Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Preis von mittelmäßig bis hochwertig. Hohe Portionsmengen können auf eine weniger gehaltvolle Zusammensetzung oder einen hohen Anteil an Brühe beziehungsweise Wasser hinweisen.
Bei Nassfutter sollte deshalb immer auch der Preis pro Portion eine Rolle spielen und nicht nur der Gesamtpreis einer Dose.
2. Die Futterumstellung
Bei einer Futterumstellung gibt es Unterschiede zwischen Welpen und erwachsenen Hunden. Während erwachsene Hunde häufig innerhalb von etwa 14 Tagen umgestellt werden, kann bei Welpen unter bestimmten Voraussetzungen auch eine schnellere Umstellung erfolgen.
Leidet der Welpe bereits unter Durchfall, sollte die Umstellung innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Den Leitfaden findest du hier.
Verdauung während der Umstellung
Während einer Futterumstellung kann es vorkommen, dass der Kot etwas weicher wird oder leichter Durchfall auftritt. Solange sich lediglich die Konsistenz leicht verändert, ist das nicht unbedingt problematisch.
Wenn der Kot jedoch stark riecht, eine ungewöhnliche Farbe annimmt oder der Durchfall sehr ausgeprägt ist, sollte geprüft werden, ob eine langsamere Umstellung oder ein anderes Futter sinnvoll ist. Bei starken Beschwerden eines Welpen sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Wenn das neue Futter zunächst nicht gefressen wird
Manche Hunde nehmen ein neues Futter nicht sofort an. In solchen Fällen können folgende Veränderungen helfen:
- Das Futter lauwarm anbieten, damit es intensiver riecht.
- Den Futterplatz wechseln.
- Einen anderen Napf ausprobieren.
Auch das Material des Napfes kann einen Einfluss auf den Geruch haben. Kunststoff kann Gerüche aufnehmen, während Edelstahl je nach Ausführung einen Eigengeruch aufweisen kann.
3. Kauartikel – Kopfhaut, Strossen, Knochen & Co.
Knochen
Nicht jeder Hund bekommt Knochen zur Fütterung. Dabei enthalten sie wichtige Stoffe wie Eisen, Fett, Mineralien, Enzyme und Calcium für ein gesundes Knochengerüst.
Knochen sind nicht nur nützliche Zahnputzer. Sie stärken das Gebiss, reinigen die Zähne, beanspruchen die gesamte Kopf- und Nackenmuskulatur und bieten eine Beschäftigung, die vielen Hunden große Freude bereitet.
Auch bei selbst gekochten Rationen, NassBARF und klassischem Nassfutter sollten Knochen oder geeignete harte Kauartikel zur Verfügung stehen.
Abhängig von der Größe des Hundes können auch härtere Knochen verfüttert werden, die vollständig aufgegessen werden sollten. Geeignet sind beispielsweise Rinderbrustknochen, rohe Geflügelknochen, Hühnerhälse, Lammbrust und Lammbeine, Kniegelenke, Ziegen- oder Schafsrippen, Kalbsknochen, Kaninchenknochen sowie Fisch mit Gräten.
Rinderbrustknochen sind sehr gut verdaulich, enthalten allerdings meist weniger essenzielle Fettsäuren. Ochsenschwanz, Rippen und Kniegelenke können für Abwechslung sorgen. Viele dieser Bestandteile sind auch getrocknet erhältlich.
Kehlköpfe und Luftröhren sind gute Knorpelteile, können jedoch leichter zu Durchfall führen. Auch diese Bestandteile können getrocknet verfüttert werden.
Tragende Knochen und Knochen älterer Tiere sollten besser vermieden werden, da sie sehr hart sein können. Gerade bei Geflügelknochen älterer Tiere besteht die Gefahr, dass sie splittern.
Während der Knochenfütterung sollte der Hund nicht unbeaufsichtigt bleiben.
Das Abnagen von Knochen beansprucht die Kopf- und Nackenmuskulatur und reinigt die Zähne. Gleichzeitig ist es eine Beschäftigung, die vielen Hunden große Freude bereitet. Durch das langsame Abnagen kann sich der Magen auf die Verdauung vorbereiten. Anders als bei vollständig geschluckter Nahrung hat das Gehirn außerdem mehr Zeit, das Sättigungsgefühl zu vermitteln.
Wichtig: Knochen niemals erhitzen.
Knochen dürfen weder gekocht noch gebraten, gegrillt oder in der Mikrowelle erwärmt werden. Durch das Erhitzen verändert sich ihre Struktur. Die zuvor gut verdauliche Knochenmasse wird zu einem schwer verdaulichen Gemenge, das zu Durchfall, Verstopfung und weiteren unangenehmen Nebenwirkungen führen kann.
Knochen daher immer roh und zusammen mit Fleisch verfüttern, da erst das Fleisch den Schlüsselreiz für eine ausreichende Magensäureproduktion liefert.
Getrocknete Kauartikel
Der meistverkaufte Klassiker Rinderkopfhaut eignet sich beispielsweise gut zum Kauen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere getrocknete Kauartikel aus unterschiedlichen tierischen Bestandteilen.
Im Sortiment von Anouvelle findet sich eine Auswahl an getrockneten Kauartikeln, die in Deutschland oder Europa hergestellt werden. Bis auf Hirschgeweihe und XL-Knochen können viele dieser Artikel auch für Welpen infrage kommen. Die jeweiligen Hinweise zur Eignung sollten dabei beachtet werden.
Kauartikel sollten dem Hund an seinem festen Platz, beispielsweise auf seiner Decke, angeboten werden. Auch hier ist es wichtig, den Hund beim Kauen zu beaufsichtigen.
Wird ein Kauartikel so klein, dass nur noch ein Reststück von weniger als 5 cm übrig ist, sollte dieses entfernt werden, damit es nicht auf einmal verschluckt wird (gerade Welpen neigen dazu).
4. Trainingssnacks
Für das Hundetraining werden häufig kleine Belohnungen eingesetzt. Wer keine Wiener Würstchen oder Käsewürfel (alles auf max. 5x5 mm geschnitten) verwenden möchte, findet bei verschiedenen Anbietern eine große Auswahl an Trainingssnacks.
Für Welpen und Junghunde eignen sich beispielsweise meine Bites und Softies. Auch kleine Mini-Leckerchen können praktisch sein, da sie sich gut portionieren lassen.
Anouvelle bietet verschiedene Trainingssnacks an. Eine weitere sehr gute Auswahl findet sich bei Fresco, einer Marke von Martin Rütter und Dibo.
Bei der Auswahl sollte auf die Zusammensetzung geachtet werden. Der Anteil tierischer Proteine sollte mindestens 65 % betragen.
Die Größe der Leckerchen spielt ebenfalls eine Rolle. Werden größere Trainingsknöchelchen oder Softleckerlis verwendet, sollten sie in kleinere Stücke gebrochen werden. Andernfalls kann der Welpe bereits nach wenigen Belohnungen satt sein.
Gerade im Welpentraining reichen kleine Stücke aus, um den Hund für erwünschtes Verhalten zu belohnen.
Du findest in meiner Broschüre eine Übersicht zu Kauartikeln und Trainingssnacks. Klicke auf den Link und du kommst direkt zum Artikel im Shop.
Fazit
Für die Ernährung von Hunden stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: BARF, selbst gekochte Rationen, Trockenbarf, NassBARF und klassisches Nassfutter. Sie unterscheiden sich in ihrer Verarbeitung, Lagerung und Zusammensetzung.
Auch Knochen und geeignete harte Kauartikel sollten unabhängig von der gewählten Fütterungsform berücksichtigt werden. Bei Trainingssnacks kommt es auf die Zusammensetzung und eine passende Portionsgröße an.
Entscheidend ist, dass die Ernährung zum Hund und zu seinen Bedürfnissen passt.
Gerne beantworte ich Dir noch offene Fragen. Kontakt
