Wissenswertes rund um Hundeernährung und Hundefutter

Informative Blogbeiträge

In diesem Blog teile ich mein Wissen aus der Praxis als Hundetrainerin und Ernährungsberaterin für Hunde. In meiner täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Haltern begegnen mir immer wieder ähnliche Probleme: überdrehte Welpen, empfindliche Verdauung, Durchfall oder Wachstumsprobleme. Häufig spielt dabei die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Viele industriell hergestellte Futtermittel enthalten hohe Anteile an Kohlenhydraten oder minderwertige Proteinquellen. In diesem Blog geht es deshalb um natürliche Hundeernährung, hochwertige Zutaten im Hundefutter und typische Ernährungsprobleme bei Hunden.

Du findest hier praktische Tipps aus der Hundeschule, Hintergrundwissen zur Hundeernährung und hilfreiche Informationen für Hundehalter, die ihre Hunde bewusst, natürlich und hochwertig ernähren möchten.

Zusatzstoffe im Hundefutter – was braucht der Hund wirklich?

Zusatzstoffe gehören bei vielen Fertigfuttern ganz selbstverständlich zur Zusammensetzung. Auf der Verpackung finden sich Vitamine, Mineralstoffe, Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Emulgatoren, Stabilisatoren, Aromen oder weitere Stoffe. Doch nicht jeder Zusatzstoff wird eingesetzt, weil der Hund ihn für seine Ernährung benötigt.

Die Verwendung von Zusatzstoffen im Heimtierfutter ist gesetzlich geregelt. Sie werden nach ihrer Funktion in verschiedene Gruppen eingeteilt. Entscheidend ist deshalb nicht allein, dass ein Zusatzstoff enthalten ist, sondern welche Aufgabe er im Futter übernimmt und warum er überhaupt eingesetzt wird.

Zusatzstoffe für die Herstellung und Haltbarkeit

Eine erste Gruppe erfüllt technologische Funktionen. Diese Stoffe sorgen dafür, dass ein Futter haltbar bleibt, eine bestimmte Konsistenz bekommt oder diese während der Lagerung behält.

Dazu gehören beispielsweise Antioxidantien und Konservierungsstoffe. Sie verhindern, dass Fette oxidieren oder das Futter verdirbt. Als Antioxidantien werden unter anderem Vitamin E und Vitamin C eingesetzt. Daneben gibt es synthetische Antioxidantien, die für den Hersteller günstiger und in geringeren Mengen wirksam sind.

Auch Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel gehören zu den technologischen Zusatzstoffen. Sie können beispielsweise dafür sorgen, dass sich Wasser und andere Bestandteile miteinander verbinden oder ein Nassfutter eine bestimmte Konsistenz erhält. In Dosenfutter werden dafür unter anderem Carrageen, Agar-Agar oder Cassia Gum eingesetzt.

Für den Hund selbst bedeutet eine bestimmte Konsistenz allerdings nicht automatisch einen ernährungsphysiologischen Vorteil.

Wenn das Futter vor allem dem Menschen gefallen soll

Besonders interessant wird es bei Zusatzstoffen mit sensorischer Funktion. Sie werden eingesetzt, um das Futter für den Tierhalter ansprechender aussehen zu lassen oder die Akzeptanz des Futters beim Hund zu beeinflussen.

Farbstoffe können beispielsweise dafür sorgen, dass ein Futter eine bestimmte Farbe erhält oder optisch einen Gemüseanteil vermittelt. Der Hund entscheidet jedoch nicht danach, ob sein Futter appetitlich aussieht. Für ihn sind vor allem Geruch und Geschmack entscheidend.

Auch Aromastoffe und appetitanregende Stoffe werden eingesetzt. Sie können den Geschmack verbessern und dazu beitragen, Produktions- oder Geschmacksschwankungen auszugleichen. Gerade bei Futtern mit reduziertem Fett- oder Proteingehalt können solche Stoffe dazu eingesetzt werden, die Akzeptanz zu erhöhen.

Hier lohnt sich deshalb ein genauer Blick: Ein Zusatzstoff kann für die Vermarktung oder die Akzeptanz eines Futters wichtig sein, ohne dass der Hund ihn für eine bedarfsgerechte Ernährung benötigt.

Vitamine und Mineralstoffe – notwendige Ergänzung oder Ausgleich?

Eine andere Funktion haben ernährungsphysiologische Zusatzstoffe. Dazu gehören Vitamine, Mengen- und Spurenelemente sowie bestimmte Aminosäuren wie Lysin, Methionin und Tryptophan. Sie sollen den Nährstoffgehalt eines Futters ergänzen oder verbessern.

Bei der Herstellung von Fertigfutter können durch die Auswahl der Rohstoffe und durch die Verarbeitung natürliche Inhaltsstoffe verloren gehen oder von vornherein nicht in ausreichender Menge vorhanden sein. Deshalb werden Vitamine und Mineralstoffe bei vielen Fertigfuttern zusätzlich eingesetzt und anschließend als ernährungsphysiologische Zusatzstoffe deklariert.

Das allein ist deshalb noch kein Zeichen für ein schlechtes Futter. Ein Alleinfuttermittel muss den Nährstoffbedarf des Hundes decken. Entscheidend ist vielmehr, wie die gesamte Rezeptur aufgebaut ist und welche Rohstoffe verwendet werden.

Problematisch kann es werden, wenn zusätzlich zu einem bereits bedarfsgerecht zusammengesetzten Alleinfuttermittel weitere Vitamin- oder Mineralstoffpräparate gegeben werden. Dadurch kann es zu einer Überversorgung kommen. Auch die gegenseitige Beeinflussung einzelner Vitamine und Mineralstoffe bei der Aufnahme sollte berücksichtigt werden.

Präbiotika und Probiotika haben eine andere Funktion

Zusatzstoffe können auch eine zootechnische Funktion erfüllen. Dazu gehören beispielsweise probiotisch wirkende Mikroorganismen oder Präbiotika wie FOS und Pektine. Sie werden unter anderem eingesetzt, um die Darmflora zu stabilisieren und das Immunsystem zu unterstützen.

Auch hier sollte man zwischen einer gezielten ernährungsphysiologischen Ergänzung und einem pauschalen Versprechen unterscheiden. Nicht jeder Zusatzstoff ist für jeden Hund automatisch sinnvoll.

„Ohne Zucker“ und „ohne Füllstoffe“ – wirklich immer ein Qualitätsmerkmal?

Aussagen wie „ohne Zucker“ oder „ohne Füllstoffe“ sollen ein Futter aufwerten und beim Käufer einen bestimmten Eindruck erzeugen. Die Broschüre bezeichnet dies als „Clean Labeling“: Wenige oder keine Zusatzstoffe auf dem Etikett vermitteln den Eindruck einer besonders natürlichen Rezeptur. Entscheidend ist jedoch, was tatsächlich in der Zusammensetzung steht.

Auch beim Begriff Füllstoffe lohnt sich ein genauer Blick. Gemeint sind Futtermittelstoffe, die die Masse erhöhen, aber kaum oder keine Energie beziehungsweise Nährstoffe liefern. Dazu können beispielsweise Zellulose oder Polydextrose gehören. Auch Wasser kann – insbesondere bei Dosenfutter – einen erheblichen Anteil ausmachen.

Zucker ist ebenfalls nicht immer auf den ersten Blick als solcher zu erkennen. Fruktose, Dextrose und Maltose sind beispielsweise Zuckerarten, die insbesondere in halbfeuchten Futtern und Trockenfuttern eingesetzt werden können.

Nicht jeder Zusatzstoff ist schlecht – aber jeder sollte einen Grund haben

Zusatzstoffe pauschal als schlecht zu bezeichnen, wäre zu einfach. Manche erfüllen eine technologische Aufgabe, andere ergänzen Nährstoffe, die in einem Fertigfutter nicht ausreichend vorhanden sind. Wieder andere beeinflussen Haltbarkeit, Konsistenz, Geruch oder Geschmack.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Enthält dieses Futter Zusatzstoffe?“

Sondern: „Welche Zusatzstoffe sind enthalten, welche Funktion haben sie und warum braucht dieses Futter sie?“

Gerade bei stark verarbeiteten Futtermitteln können zahlreiche Zusatzstoffe notwendig werden, um das gewünschte Produkt überhaupt herzustellen, haltbar zu machen und über längere Zeit in gleichbleibender Form und Qualität anzubieten. Andere werden eingesetzt, damit das Produkt für den Menschen ansprechend aussieht oder vom Hund zuverlässig angenommen wird.

Für den Hundehalter lohnt sich deshalb ein Blick hinter die Zutatenliste. Denn ein langes oder kurzes Verzeichnis sagt allein noch nichts über die Qualität eines Futters aus. Entscheidend ist die gesamte Rezeptur – von den verwendeten Rohstoffen über die Herstellung bis hin zu den tatsächlich zugesetzten Stoffen.

Futter muss nicht möglichst viele Versprechen erfüllen. Es sollte vor allem nachvollziehbar sein.

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